Florian Wehking

 

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37 × 29cm, Collage, 2006/2018
aus der Serie »Wenn die hellen Sommernächte leuchten«

 

Die drei Fotocollagen „Wenn die hellen Sommernächte leuchten“ bestehen aus gescannten, originalen Aushangfotos des gleichnamigen Heimatfilms der 1950er Jahre und neu angefertigten, dem Motiv angepassten Aufnahmen von mir selbst. Mit Hilfe von Retusche-Software und digitaler Handcoloration versetze ich mich in die Idylle der heilen Filmwelt, in die sich viele Menschen im Nachkriegseuropa flüchteten, um die schweren Kriegs- und Fluchterfahrungen, aber auch die eigene Schuld zu verdrängen, wie es auch Teile meiner Familie taten. Nicht selten träumen (täuschen) wir uns mit einer vermeintlich „echten“ Fotografie in eine idealisierte Vorstellung unserer Erinnerung hinein. Existiert eine Fotografie von diesem Moment der Vergangenheit, muss er doch auch wahr sein. Schon damals (mit deutlich mehr Aufwand) stellte die Fotografie die Wahrheit von Bildern und sich selbst infrage. Heute ist dies zu einem Dauerzustand geworden.

 

Geboren 1982 in Westerstede (Niedersachsen), lebt und arbeitet als Fotograf und Filmemacher in Weimar, studierte an der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg Politikwissenschaft, Germanistik und Philosophie, anschließend Studium der Visuellen Kommunikation an der BUW.

 

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