Lucas Zimmermann

 

o. T.

40 × 60cm, Digitaldruck auf AluDibond, 2017
aus der Serie »Das Licht der Sehnsucht«

 

Lichtsetzung ist der Wunsch, Atmosphäre zu gestalten und dadurch Gefühle zu generieren. Ich habe die Stimmung des Lichts beobachtet, die durch die Beleuchtung mit Drohnen entsteht. Das Gefühl, das dadurch zu Tage kommt, ist Sehnsucht. Ein Gefühl, das die Entrückung zwischen Körper und Geist beschreibt, zwischen Realität und Fantasie. Es ist eine permanente Annäherung und Ergründung. Eine Lichtsetzung, die uns etwas präsentiert und dabei vieles im Dunkeln lässt. Dieses Verborgene in der Dunkelheit ist es, was dem Bild Spannung gibt. Die Lichtsetzung erzeugt den Wunsch, das Dunkel zu ergründen und ihm Inhalt zu geben. Unserem Körper in Form unserer Augen ist dies nicht möglich, jedoch unserem Geist, der mit Fantasie das füllt, was unserem Körper zu ergründen verwehrt bleibt. Die Fotografie ist hier das Medium der Sehnsucht, welche uns zwar einen Moment festhalten lässt, uns damit als Fotografen jedoch immanent von diesem trennt und es uns unmöglich macht diesen selbst zu erleben. Sie eröffnet durch eine Distanzierung weg vom Erleben, hin zum Dokumentieren eine neue objektivere Perspektive auf den Moment. So ist die Fotografie für mich die Sehnsucht nach Ergründung und Vollendung. Die Sehnsucht das Vergangene erneut zu erleben und unseren Körper wieder mit dem Geist zu vereinen. Um dieses Gefühl, welches durch die Lichtsetzung entsteht, auch in der Präsentation zum Ausdruck zu bringen, hängen die Fotografien in Leuchtrahmen. Durch ihre Funktion als vertikale Leuchtwände entsprechen sie Fenstern. Als solche sind sie der Kamera als Sehnsuchtsmedium ähnlich. Sie trennen den Betrachter vom Motiv und verstärken gleichzeitig seinen Wunsch sich diesem anzunähern und es zu betreten.

 

Jahrgang 1992, Aufgewachsen in Landau. Lebt und arbeitet in Weimar und Berlin.

 

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